goEast Präsentiert

Der die Zeichen liest (Uchenik)

goEast Präsentiert steht ganz im Zeichen der neuen Festivalsektion goEast Gurus. Wir zeigen Werke von FilmemacherInnen, die schon oft und mit ganz besonderen Filmen beim Festival vertreten waren und damit bleibende Eindrücke hinterließen. Und schon vorab wollen wir mit dem neuen Film von Kirill Serebrennikov, der ganz sicher einer unserer 'Gurus' ist, einer wilden und furiosen Groteske, in Cannes euphorisch gefeiert, darauf einstimmen. Die böse Satire voll pechschwarzen Humors hält uns die Fallen aktueller Denkmuster gnadenlos vor Augen - hier ist gerade nicht die radikale Religion der Feind liberaler Erziehung, sondern ihr gar zu enger Verwandter: Benjamin ist Schüler an einer aufgeklärten, staatlichen Schule. Doch als er zum Christentum konvertiert, verwendet er die Bibel als schier unendliche Ressource der Aggression. Während sich seine Mitschüler weiterhin in Reih und Glied liberaler Unterrichtsführung dirigieren lassen, ist Benjamin auf Rebellionskurs, ein Missionar und Kreuzzügler, der gegen Homosexualität, geschiedene Frauen und Evolutionstheorie die eine oder andere Bibelstelle ins Feld zu führen weiß. So heftig und eloquent ist Benjamins Protest gegen den wissenschaftlichen Tenor der Schule, dass die Lehrerschaft bald ins Wanken gerät ...

DER DIE ZEICHEN LIEST (UCHENIK)

Russland 2016, 118 Min., OmU, FSK: ab 12
Regie: Kirill Serebrennikov
Buch: Kirill Serebrennikov
Kamera: Vladislav Opelyants
Musik: Ilya Demutsky, Laibach
Mit Petr Skvortsov, Victoria Isakova, Svetlana Bragarnik, Julia Aug
Bildquelle: Deutsches Filminstitut

Dienstag 11.04.2017, 20:00 Uhr, Caligari FilmBühne, Wiesbaden