Pressemitteilung

Unbeirrbare Frauen und Kämpfernaturen: der goEast Wettbewerb 2017 /// Festivaleröffnung mit Nana & Simons MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE

Mit MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE (CHEMI BEDNIERI OJAKHI, Deutschland, Frankreich, Georgien 2017) startet die 17. Ausgabe von goEast - Festival des mittel- und osteuropäischen Films am Mittwoch, 26. April. Der Film des georgisch-deutschen Regie-Duos Nana & Simon (Nana Ekvtimishvili und Simon Gross) beleuchtet Familienstrukturen und Rollenmuster aus der Perspektive der 52-jährigen Manana. 2013 gewannen Nana & Simon bei goEast mit BLÜTEZEIT den Preis für den Besten Film.

MEINE GLÜCKLICHE FAMILIE ist Teil des Festivalwettbewerbs, der aus 16 Filmen besteht - zehn Spielfilme und sechs Dokumentationen; 13 von ihnen feiern beim Festival (26. April bis 2. Mai) Deutschlandpremiere. Sie konkurrieren um vier Preise: die Goldene Lilie für den Besten Film (10.000 Euro), den Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden für die Beste Regie (7.500 Euro) und den Preis des Auswärtigen Amtes für kulturelle Vielfalt (4.000 Euro). Über die Preisvergabe entscheidet eine fünfköpfige internationale Jury, bestehend aus der lettischen Regisseurin Laila Pakalnina (Vorsitz), Produzent Maxim Tuula (Estland/Russland), Produzentin Sam Taylor (Großbritannien), Schauspieler Jakob Diehl (Deutschland) und Regisseur Igor Drljaca (Bosnien und Herzegowina/Kanada).

Eine eigene Jury der FIPRESCI vergibt die Preise der Internationalen Filmkritik - in diesem Jahr neben dem Preis für den Besten Spielfilm erstmals auch einen Preis für den Besten Dokumentarfilm.

Das komplette Festivalprogramm ist jetzt online: Programm


Die Wettbewerbsfilme

Der Kaukasus wird nicht nur im Eröffnungsfilm zu sehen sein - auch der Dokumentarfilm SONNENSTADT (MZIS QALAQI, Georgien, USA, Katar, Niederlande 2017, Regie: Rati Oneli) porträtiert die wenigen letzten EinwohnerInnen der zur Geisterstadt gewordenen Bergarbeitersiedlung Chiatura, in Westgeorgien. In VATERS VERMÄCHTNIS (ATANYN KEREEZI, Kirgisistan 2016, Regie: Bakyt Mukul, Dastan Zhapar uulu) entdeckt Azat sein zentralasiatische Heimatland wieder, als er nach 15 Jahren nach Kirgisien zurückkehrt, um den letzten Wunsch seines verstorbenen Vaters zu erfüllen.

In IM EXIL (PELNU SANATORIJA, 2016), einer lettisch-litauischen Koproduktion von Davis Simanis, spielt Ulrich Matthes einen deutschen Chirurgen, der im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs in Lettland in einem Krankenhaus auf den abgeschotteten Kosmos kriegstraumatisierter Patienten trifft. Matthes wird bei der Deutschlandpremiere des Films am Sonntag, 30. April, um 20:30 Uhr in der Caligari FilmBühne in Wiesbaden, anwesend sein.
Aus Südosteuropa in diesem Jahr: Hana Jušics virtuoses Spielfilmdebüt GLOTZ NICHT AUF MEINEN TELLER (NE GLEDAJ MI U PIJAT, Kroatien 2016), eine Coming-of-Age-Geschichte, die auch als Patriarchatskritik zu lesen ist; der poetisch-essayistische Dokumentarfilm KINOINSELN (KINO OTOK, Kroatien 2016, Regie: Ivan Ramljak) über die fast vergessene Geschichte der Kinos auf den dalmatischen Inseln; und der viel schwarzen Humor und Sozialkritik verbindende Spielfilm REQUIEM FÜR FRAU J. (REKVIJEM ZA GOSPOÐU J., Serbien, Bulgarien, Mazedonien 2017) von Bojan Vuletic, dessen Debütfilm REISEFÜHRER DURCH BELGRAD MIT SINGEN UND WEINEN bei goEast 2013 als internationale Premiere zu sehen war. Die Hauptdarstellerin des Films Mirjana Karanovic wird auch beim Festival anwesend sein und in der Festivalsektion goEast Gurus ihre eigene Regiearbeit vorstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Regisseur Adrian Sitaru ist ebenfalls kein Neuling beim Festival. Sein jüngster Spielfilm FIXER (FIXEUR, Rumänien, Frankreich 2016) begleitet Radu, der in Bukarest für eine Nachrichtenagentur ausländische Journalisten bei der Arbeit vor Ort unterstützt und auf schmerzhafte Weise mit den ethischen Grundsatzfragen seiner Arbeit konfrontiert wird.

DER BÜRGER (AZ ÁLLAMPOLGÁR, Ungarn 2016, Regie: Roland Vranik) ist zugleich ein humorvoll-differenziertes Sittenbild der ungarischen Gesellschaft und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen dem afrikanischen Migranten Wilson und seiner verheirateten Nachhilfelehrerin Maria.
Aus den Nachbarländern Deutschlands sind beim Festival zu sehen: DIE SONNE, DIE SONNE BLENDETE MICH (SLONCE, TO SLONCE MNIE, Polen, Schweiz 2016, Regie: Anka Sasnal, Wilhelm Sasnal), eine hochaktuelle, politische Adaption von Camus' Der Fremde; der Dokumentarfilm DU WEISST NICHT, WIE SEHR ICH DICH LIEBE (NAWET NIE WIESZ JAK BARDZO CIE KOCHAM, Polen 2016), in der der gefeierte Filmemacher Pawel Lozinski die intimen Therapiesitzungen zwischen Hania und ihrer Mutter Ewa begleitet; das Drama und Spielfilmdebüt SCHMUTZIG (ŠPINA, Tschechische Republik/Slowakische Republik 2017, Regie: Tereza Nvotová), das eine erschütternde Kritik an dem Umgang mit psychisch kranken Menschen in der Slowakei formuliert; DIE LEHRERIN (UCITELKA, Slowakische Republik, Tschechische Republik 2016, Regie: Jan Hrebejk), eine Dramedy, die in Bratislava während der letzten Jahre des Kommunismus spielt, und in der Machtmissbrauch an einer weiterführenden Schule untersucht wird; und KRIEGSKUNDE (VÝCHOVA VÁLCE, Tschechische Republik 2016, Regie: Adéla Komrzý), der dokumentiert, wie die Tschechische Republik sich auf einen potenziellen Krieg vorbereitet, indem sie Militärtrainings wieder in den Lehrplan einführt.

KRIEGSKUNDE wird als Teil eines Double Features gezeigt, zusammen mit dem russischen Dokumentarfilm ALLE WEGE FÜHREN NACH AFRIN (VSE DOROGI VEDUT V AFRIN, Russland, 2016) in dem die junge Moskauer Filmemacherin Arina Adju ihren Vater in Afrin, Syrien, besucht, der dort eine neue Familie gegründet hat, um die er sich nun angesichts der drohenden Gefahr durch den IS sorgt. Der zweite russische Dokumentarfilm im Wettbewerb ist RUSSLAND ALS TRAUM (ROSSIYA KAK SON, Russland 2016, Regie: Andrey Silvestrov, Daniil Zinchenko). Dieser zeichnet ein Provinzporträt ganz Russlands mit all seiner Lakonie, Surrealität und Brutalität.

goEast - Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird vom Deutschen Filminstitut veranstaltet und von zahlreichen Partnern unterstützt: Hauptförderer sind das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die Landeshauptstadt Wiesbaden, die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ), der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Robert Bosch Stiftung, ŠKODA AUTO Deutschland, die BHF-BANK-Stiftung, die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, das Auswärtige Amt, der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, die Stadt Eschborn, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und Krušovice. Medienpartner sind u.a. 3sat, die FAZ und hr-iNFO.