Pressemitteilung

Filme on Demand & Preisgeld für alle // Das Onlineangebot von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films vom 5. bis 11. Mai 2020 // Open Frame Award: Die Caligari FilmBühne in Virtual Reality // Solidarität für Filmschaffende – Ein Preisgeld für alle // Workshops und Seminare online im East-West Talent Lab // blogEast gibt Kulturschaffenden in Krisenzeiten eine Stimme

Wiesbaden/Frankfurt, 21. April 2020

Ausgewählte Werke aus seinem Programm stellt goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films vom 5. bis 11. Mai auf seiner Website On Demand zur Verfügung.

Zu den filmischen Highlights des On Demand Angebots gehört die vollständige goEast Jubiläumssektion EUROPA, EUROPA, die den Gründungsgedanken des Festivals mit hochkarätiger Filmkunst würdigt. Diverse Aspekte der europäischen Lebensrealität werden kritisch beleuchtet. Zu sehen sind etwa die ungarische Tierparabel WHITE GOD von Kornél Mundruczó (Ungarn, Deutschland, Schweden 2014). Im Film übernehmen misshandelte Mischlingshunde die Macht in Budapest nachdem sie eines Tages für unerwünscht erklärt wurden. WESTERN (Deutschland, Bulgarien, Österreich 2017) von Valeska Grisebach inszeniert die Lebensrealitäten deutscher Bauarbeiter in Bulgarien. Juris Kursietis Migrationsdrama OLEG (Lettland, Belgien, Litauen, Frankreich 2019) zeigt das harte Schicksal eines lettischen Gastarbeiters in Belgien. Petr Václavs SKOKAN (Tschechische Republik, Frankreich 2017) schickt seine Laiendarsteller/innen durch ganz Europa. Die Hauptfigur ist ein tschechischer Roma und Ex-Sträfling, der bei den Filmfestspielen in Cannes sein Glück und seine große Liebe sucht. Eine andere Liebesgeschichte stammt aus dem Warschauer Ghetto. Andrzej Wajda starb, bevor er den Film gemeinsam mit Jolanta Dylewska zu Ende drehen konnte, aber Dylewska, bekannt als Kamerafrau von Agnieszka Holland, hat MAREK EDELMANN... AND THERE WAS LOVE IN THE GHETTO (Polen, Deutschland 2019) alleine und einfühlsam zu Ende inszeniert. Ein besonderes Highlight von EUROPA, EUROPA ist zudem THE PAINTED BIRD (Tschechische Republik, Slowakische Republik, Ukraine 2019) von Václav Marhoul, der die diesjährige Masterclass, ebenfalls online, abhält.

Auch online verfügbar: bemerkenswerte osteuropäische Genre- und Dokumentarfilme aus der Sektion Bioskop sowie das urbane Kurzfilmprogramm Anarcho Shorts.

Die Langfilme von goEast onDemand sind für jeweils 6,50 Euro während des Festivalzeitraums erhältlich. Die Filme stehen nach dem Ausleihen für 24 Stunden zum Abspielen zur Verfügung. Die Masterclass mit Václav Marhoul, das Werkstattgespräch mit Radu Jude und weitere Gesprächspanels werden kostenfrei angeboten. Auch die geplante Ausstellung MEMES AUS SLAWISTAN wird nun online konzipiert.

Open Frame Award: Die Caligari FilmBühne in Virtual Reality

Mit der Caligari FilmBühne ist nicht nur der Hauptspielort von goEast, sondern eine wahre Augenweide altehrwürdiger kommunaler Lichtspielhäuser im Zuge der Coronakrise seit Wochen geschlossen. Das hält goEast nicht davon ab, in der Festivalwoche trotzdem einen Programmpunkt im Caligari stattfinden zu lassen. Der russische VR-Künstler und Gewinner des Open Frame Award 2018, Denis Semionov, hat gemeinsam mit Kurator Georgy Molodtsov das 94 Jahre alte Kino in virtueller Realität „nachgebaut". Das Caligari VR zeigt im Festivalzeitraum die Wettbewerbsbeiträge des Open Frame Award. Im Foyer können die VR-Künstler/innen und Besucher/innen sich virtuell unterhalten. Dank spezieller Software ist der virtuelle Ort auch am PC zugänglich. Alternativ wird ein Live-Stream des Programms angeboten. „Eintritt" ist frei!

Solidarität für Filmschaffende – Ein Preisgeld für alle

Im Wettbewerb für Spiel- und Dokumentarfilm vergibt eine fünfköpfige internationale Jury normalerweise die drei Hauptpreise: „Goldene Lilie" für den Besten Film (10.000 Euro), den Preis für die Beste Regie der Landeshauptstadt Wiesbaden (7.500 Euro) und den Preis des Auswärtigen Amtes für Kulturelle Vielfalt (4.000 Euro). Der RheinMain Kurzfilmpreis (2.500 Euro) wird von einer regionalen Jury aus dem Rhein-Main-Gebiet vergeben. Da die Filmbranche im Zuge des Coronavirus in ganz Europa allerdings einen nachhaltigen Schaden erleidet und unabhängige Filmemacher/innen in Mittel- und Osteuropa hiervon besonders hart getroffen werden, hat sich goEast in Absprache mit den Preisstiftern dazu entschieden, die vier Hauptpreise in einer Gesamthöhe von 24.000 Euro solidarisch unter allen Wettbewerbsfilmen, ob kurz oder lang, aufzuteilen.

Workshops und Seminare online im East-West Talent Lab

Das Nachwuchsprogramm von goEast hat sich das Ziel gesetzt, junge Filmschaffende aus Mittel- und Osteuropa zu unterstützen. Das Programm aus Workshops und Netzwerkveranstaltungen wird komplett online stattfinden. 15 Projekte aus acht verschiedenen Ländern wurden für das East-West Talent Lab ausgewählt, darunter auch das Kurzfilmprojekt FROZEN ORANGES von Dascha Petuchow aus Kasachstan. Die Filmemacherin studiert in Wiesbaden an der Hochschule RheinMain Kommunikationsdesign und ist eine von 15 Teilnehmer/innen, die ihre Projekte am 11. Mai 2020 in einem öffentlichen Online-Pitch der Jury sowie dem Publikum vorstellen werden.

blogEast gibt Kulturschaffenden in Krisenzeiten eine Stimme

Die Covid-19 Pandemie bedroht schon jetzt unzählige Kulturschaffende in ganz Europa und darüber hinaus existenziell. goEast gibt den Betroffenen eine Stimme und ruft aus diesem Grund blogEast ins Leben. Die Plattform gibt mittel- und osteuropäischen Kolleg/innen und Freund/innen von goEast die Möglichkeit, ihre Situation auf politische, soziale und auch filmische Weise zu beleuchten und/oder über Hilfsaktionen und positive Initiativen zu berichten. Wöchentlich werden neue Beiträge veröffentlicht. blogEast wird durch das goEast Team betreut und ist Teil des vom Kulturfonds Frankfurt Rhein Main geförderten Programms Paneuropäisches Picknick.

blogEast ist unter folgendem Link abrufbar: blogEast

Fotos finden Sie unter: Downloads

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltet und von zahlreichen Partnern unterstützt. Hauptförderer sind die Landeshauptstadt Wiesbaden, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Renovabis, die BHF BANK Stiftung, die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege, das Auswärtige Amt, die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds. Medienpartner sind u.a. 3sat, Deutschlandfunk Kultur und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.