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ÜBER DAS FESTIVAL

Jährlich im April verwandelt goEast die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden zu einem der international wichtigsten Schauplätze für das Kino aus Mittel- und Osteuropa. Dabei adressieren die rund 140 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, die sich über sieben Festivaltage und ebenso viele Sektionen verteilen, FachbesucherInnen und heimisches Kinopublikum gleichermaßen. goEast hat sich als Projekt des Deutschen Filminstituts der Aufgabe verschrieben, „tief im Westen" die Vielfalt und den Reichtum des mittel- und osteuropäischen Kinos stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken – denn im regulären Kinobetrieb sind mittel- und osteuropäische Filme trotz großer Achtungserfolge auf internationalen Festivals unterrepräsentiert.

goEast versteht sich als Brückenbauer auf zahlreichen Ebenen: Handverlesene Programme schlagen den Bogen von aktuellen filmischen Positionen zu filmhistorischen Raritäten, vom Experiment zum Arthouse und Mainstream made in Mittel- und Osteuropa. Das Festival begreift seine Arbeit stets im Kontext differenzierter gesellschaftspolitischer, filmästhetischer und filmtheoretischer Debatten. goEast fungiert als Dialogforum zwischen Ost und West, aber auch als Akteur und Multiplikator kreativer Interaktion: Panels und Workshops, Vorträge und Filmgespräche, Kooperationen mit anderen kulturellen und gesellschaftlichen Institutionen zeugen davon. Insbesondere der Branchennachwuchs soll von goEast profitieren: Zahlreiche Vernetzungs-, Austausch- und Weiterbildungsangebote werden im Rahmen des East-West Talent Labs und der Programme Young Filmmakers for Peace und OPPOSE OTHERING! gemacht.

goEast empfängt jährlich rund 400 FachbesucherInnen und über 11.000 KinobesucherInnen. Viele namhafte Gäste konnten bereits auf dem Festival begrüßt werden, darunter RegisseurInnen und Stars wie Bence Fliegauf, Martina Gedeck, Julia Jentsch, Otar Iosseliani, Sergei Loznitsa, Jiří Menzel, Kira Muratova, Cristi Puiu, Hanna Schygulla, Jerzy Stuhr, István Szabó, Béla Tarr, Maria Schrader, Bohdan Sláma, Małgorzata Szumowska, Krzysztof Zanussi und viele mehr.

Neben Stadt und Land, die seit der Festivalgründung die Hauptförderer von goEast sind, tragen weitere starke Partner wie die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ), die Robert Bosch Stiftung, der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die BHF-BANK-Stiftung, ŠKODA AUTO Deutschland und 3sat zum Gelingen des Festivals bei.

FESTIVALGESCHICHTE

goEast fand 2001 nach zweieinhalbjähriger Vorbereitungszeit zum ersten Mal statt. Die Direktorin des Deutschen Filminstituts und erste goEast Festivalleiterin, Claudia Dillmann, schrieb im Vorwort des ersten Katalogs: „Es ist an der Zeit, sich zu öffnen, für Gedanken, Bilder, Mythen und Geschichten der östlichen Nachbarn. Für ihre Kultur. Für ihre Filme." An der Entwicklung des Konzepts war Swetlana Sikora beteiligt, bis 2010 die künstlerische Leiterin des Festivals. Mit goEast wurde eine Tradition des Hauses wiederaufgenommen: Bis Ende der achtziger Jahre konzipierte das Deutsche Filminstitut im Auftrag der Bundesregierung osteuropäische Filmwochen und schickte sie auf Tournee durch die Republik, um so Blicke hinter den Eisernen Vorhang zu ermöglichen. goEast nahm sich von Anfang an mehr vor: ein echter kultureller Dialog und Austausch sollte initiiert werden – zwischen RegisseurInnen und Publikum generell, zwischen NachwuchsregisseurInnen aus Ost und West in der festivaleigenen Talentförderung, zwischen HistorikerInnen und FilmwissenschaftlerInnen im Symposium.

Von Anfang an stieß goEast bei der Landeshauptstadt Wiesbaden und dem Land Hessen auf großes Interesse und noch größere Unterstützung. In Wiesbaden, der Stadt mit reichen Bezügen nach Osteuropa, fand das Festival seine Heimat: in einem der schönsten Kinos Deutschlands, der Caligari FilmBühne. Die Schirmherrschaft übernahm Hilmar Hoffmann. In kürzester Zeit konnte sich das Festival etablieren.

Im Herbst 2017 übernahm Heleen Gerritsen die Festivalleitung (inkl. der künstlerischen Verantwortung) und ist nach Claudia Dillmann, Christine Kopf, Nadja Rademacher und Gaby Babić die fünfte Frau an der Spitze des Festivals.

Der Schirmherr des Festivals ist seit 2016 Bernd Neumann.