goEast 2026 - Symposium „Filmische Strategien des Widerstands“ // goEast 2026: erste Wettbewerbsfilme // Akkreditierungsaufruf // Save the Date: goEast-Pressekonferenz am Dienstag, 14. April, 11 Uhr // Kartenvorverkauf

Wiesbaden/Frankfurt, 26. Februar 2026

Unter dem Titel „Filmische Strategien des Widerstands“ richtet das goEast Symposium 2026 den Blick auf historische und gegenwärtige Ost-West-Konflikte und ihre globalen Auswirkungen. Die jährliche, interdisziplinäre Plattform fördert traditionell den Austausch zwischen Filmwissenschaft, Filmpraxis und angrenzenden Disziplinen. In Vorträgen, Panels und Filmvorführungen werden aktuelle Fragestellungen diskutiert und historische Perspektiven mit gegenwärtigen Debatten verknüpft. 2026 widmet sich das Symposium politischen, ästhetischen und historischen Formen widerständiger Filmpraxis im Zusammenhang mit Ost-West-Beziehungen und ihren globalen Auswirkungen. Diese haben nicht nur die Weltpolitik im Kalten Krieg dominiert, sondern wirken bis heute in verschiedenen Regionen der Welt nach. Das Kräftemessen autokratischer Regime erreicht heute eine neue Dimension, während KI-gesteuerte (Bewegt-)Bilder soziale Netzwerke und unsere Wahrnehmung fluten, komplexe politische Fragen vereinfachen und den globalen Rechtsruck befördern. In dieser von Unsicherheit und Ohnmachtsgefühlen geprägten Gegenwart lädt das Symposium dazu ein, das Kino als kulturhistorische Heimat bewegter Bilder und als Ort kollektiver Wissensproduktion, kritischer Reflexion und differenzierter Auseinandersetzung mit Bildpolitiken neu zu entdecken.

Das Filmprogramm blickt dabei auf filmische Praktiken des Widerstands zurück und erörtert ihre Aktualität und Übertragbarkeit. Beispiele subversiver Filmpraxis wie die ungarischen Videomagazine BLACK BOX (1987–1989) treten in Dialog mit anarchischen westeuropäischen Klassikern wie THE YEAR OF THE CANNIBALS (ITA 1969) von Liliana Cavani. Filmische Ost-West-Beziehungen und Unterschiede in Perspektiven befragen diverse Filme,  u.a. BERLIN UNVERKÄUFLICH (BRD 1967) und BERLIN (BRD 1969) von Irena Vrkljan, VIDEOGRAMS OF A REVOLUTION (DEU/ROU 1992) von Harun Farocki und Andrei Ujică oder auch BRÜDER UND SCHWESTERN (DEU 1991) von Pavel Schnabel. Filmische Auseinandersetzungen mit der Diktatur in Belarus bieten I WAS CALLED TO THE BALL (BLR 2005) von Studio Tatjana und HANDBOOK (DEU/BLR 2021) von Pavel Mozhar, globale Auswirkungen verhandeln  THE NEWBORNS (IRN 1979), COCONUT HEAD GENERATION (FRA/NGA 2023) sowie Kurzfilme aus Kongo, Indonesien und Chile. Weitere Filme und Vorträge zu DDR, Serbien oder Ukraine stehen auf dem Programm.

Großzügig unterstützt wird das Symposium durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain sowie von unseren Hauptförderern HessenFilm und Medien GmbH und der Landeshauptstadt Wiesbaden. 2026 wird das goEast-Symposium von der Film- und Medienwissenschaftlerin Borjana Gaković kuratiert. Zu den Mitwirkenden zählen die iranische Filmkuratorin und Autorin Tara Najd Ahmadi, der rumänische Filmwissenschaftler Christian Ferencz-Flatz, der indonesische Künstler und Filmemacher Timoteus Anggawan Kusno, der deutsche Filmemacher Jan Eilhardt, der deutsche Kurator und Publizist Tobias Hering, der deutsche Filmhistoriker Dr. Claus Löser, der serbische Filmkurator und Festivalleiter Ivan Velisavljević, die ungarische Filmarchivarin und Kuratorin Zsuzsa Zádori sowie die ukrainische Kuratorin Vika Leshchenko. Als Symposiumskino dient traditionell das Murnau-Filmtheater, die Vorträge finden im Heimathafen im Alten Gericht statt.

Erste Wettbewerbsfilme

Dramen, Dokumentarfilme, Komödien, Satiren und Porträts aus dem Osten und der Mitte Europas bilden Jahr für Jahr das Wettbewerbsprogramm — das Herzstück des Festivals. Das Publikum aus Wiesbaden und der Region kann Höhepunkte des aktuellen mittel- und osteuropäischen Films in den Originalsprachen mit englischen, sowie in der Caligari FilmBühne mit zusätzlichen deutschen Untertiteln genießen. In 16 abendfüllenden Spiel- und Dokumentarfilmen blickt das Publikum auf die großen und kleinen Konflikte und Dramen unserer Zeit. Bei den Filmgesprächen im Anschluss an die jeweiligen Vorstellungen sowie allabendlich im goEast Clubhouse im Alten Gericht können Besucher*innen mit den Filmschaffenden ins Gespräch kommen.

Das vielfältige Panorama des mittel- und osteuropäischen Kinos stellen wir zunächst mit fünf aktuellen Produktionen aus dem Jahr 2025 vor, die bei goEast alle ihre Deutschlandpremieren feiern.

Roman Ostrovskyis Dokumentarfilm CLOUDS MOVE WITH GREAT SPEED (UKR 2025) beleuchtet Schmerz, Mut und Menschlichkeit während des Krieges in der Ukraine. Ostrovskyi, der Freiwilliger und Soldat der ukrainischen Streitkräfte ist, zeigt wie Sergeant Buryi seinen Verletzungen erlag, Vadym aus Borodyanka fünf Familienmitglieder verlor und Tetyana ihr Zuhause in Bakhmut verlassen hat. Die Wolken am Himmel werden zum Spiegel einer Gegenwart im Ausnahmezustand, in der politische Realität in meditative Bildräume übergeht. Die präzise Bild- und Tonarbeit lässt einen Film entstehen, der die schreckliche Realität des Krieges atmosphärisch erfahrbar macht.

Ein weiteres Juwel im Programm ist Šarūnas Bartas Hybridfilm LAGUNA (LIT/FRA 2025). An der Pazifikküste Mexikos, dem Land, das Ina Marija zu ihrer Heimat gemacht hatte, bevor sie zu früh starb, begeben sich ihr Vater Šarūnas und ihre jüngere Schwester Una auf eine Reise, um ihre Spuren zurückzuverfolgen. Dort, inmitten der außergewöhnlichen und widerstandsfähigen Natur der Mangroven, in einer Lagune, die von Hurrikanen heimgesucht wird und dabei immer wieder neu entsteht, beginnen sie, sich auf das Terrain der Trauer zu begeben. Er wollte den Menschen seine Gefühle mit absoluter Ehrlichkeit zeigen, so der Regisseur.

In THE WIND BLOWS WHEREVER IT WANTS (GEO/GB 2025) führt der Fotograf Ivan Boiko das Publikum nach Georgien. Dort begleitet er über einen Zeitraum von 16 Monaten Hirten mit riesigen Schafherden, die diese zwischen den schneebedeckten Gipfeln des Kaukasus und den abgelegenen Steppen von Vashlovani in der georgischen Region Tuschetien vor sich hertreiben. Die Hirten sind flüchtige Figuren in diesem fast dialogfreien Film und hinterlassen kaum Spuren in der Landschaft. Gefilmt mit einer Bolex-Kamera konzentriert Boiko sich auf die Tiere und das Leben nah an den Elementen.

Die lettische Regisseurin Laila Pakalniņa, bekannt für ihre minimalistische Ästhetik und subtile Ironie, entwickelt im Essayfilm CAT ON MY MIND (LVA 2025) eine spielerische Reflexion über Wahrnehmung, Projektion und Realität. Der Film ist ein filmisches Gedicht, das mit dem Licht geschrieben wird, das vor etwa mehr als 50 Jahren eingefangen wurde. Er ruft seltsame bis komische Erinnerungen wach, die durch belichtete Fotonegative aus den Jahren 1968 bis 1978 lebendig werden. Diese wurden in einem Mülleimer gefunden.

Absurd komisch ist der nächste Wettbewerbsbeitrag. Die in Wiesbaden bereits bekannte serbische Regisseurin Ivana Mladenović, bringt 2026 die groteske Komödie SORELLA DI CLAUSURA (RUM/SRB/I/E 2025) mit. Stela ist eine 36-jährige, gebildete, arbeitslose Frau. In der Hoffnung, der ländlichen Armut zu entkommen, nimmt sie die Hilfe vom extravaganten Starlet Vera an und landet in Bukarest, in einem Geschäft, das mit Sexspielzeug handelt. Humor ist hier eng mit scharfsinniger Beobachtung gesellschaftlicher Realitäten verwebt. Der Film wurde in Locarno für den „Goldenen Leopard“ nominiert, und mit dem „Heart of Sarajevo Award” für die beste Regie ausgezeichnet.

Akkreditierung   

Pressevertreter*innen können sich hier ab sofort für goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films akkreditieren. Während des Festivalzeitraums können akkreditierte Fachbesucher*innen und Pressevertreter*innen die Filme in Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Frankfurt sichten und an den Vorträgen und Panels teilnehmen, zusätzlich erhalten sie Zugriff auf eine Online-Mediathek mit einer Auswahl an Festivalfilmen.

Save the Date: goEast-Pressekonferenz  

Die Pressekonferenz findet am Dienstag, 14. April, um 11 Uhr in der neu renovierten Caligari FilmBühne statt.

Kartenvorverkauf  

Der Vorverkauf für die Filmtickets sowie für einzelne Veranstaltungen startet am Donnerstag, 2. April, online hier. Während der Festivalwoche sind Tickets online, an allen Spielstätten und im neuen Festivalzentrum im Alten Gericht Wiesbaden erhältlich. Genauere Informationen zu den Vorverkaufsstellen finden Sie hier.

Bildmaterial finden Sie in unserem Downloadbereich.

Das komplette Programm für die 26. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird im März veröffentlicht.

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltet und von zahlreichen Partnern unterstützt. Hauptförderer und Partner sind die HessenFilm und Medien GmbH, die Landeshauptstadt Wiesbaden, der Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis und das Polnische Institut Düsseldorf.

Hauptmedienpartner sind 3sat, Deutschlandfunk Kultur und die Frankfurter Allgemeine Zeitung.