Pressemitteilung

20. Ausgabe von goEast - Festival des mittel- und osteuropäischen Films (5. bis 11. Mai 2020) Ausnahmeregisseur Radu Jude: Innovatives rumänisches Kino im goEast PORTRÄT // „Das Filmerbe der Umbruchszeit“ im Symposium

Wiesbaden/Frankfurt, 5. Februar 2020 – Zur 20. Jubiläumsausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films (5. bis 11. Mai 2020) erwartet das Festivalteam den rumänischen Ausnahmeregisseur Radu Jude in Wiesbaden.

Nicht umsonst gilt Radu Jude mit seinem hybriden Stil, der sich aus Mitteln des Spielfilms, Dokumentarfilms und Theaters bedient, als Vorreiter der „neuen" Rumänischen Neuen Welle. Seine Filme setzen sich vor allem mit den dunklen Seiten mitteleuropäischer und insbesondere rumänischer Geschichte auseinander. goEast PORTRÄT zeigt 2020 eine umfassende Retrospektive von Judes Werk. Mit seinem Spielfilmdebüt DAS GLÜCKLICHSTE MÄDCHEN DER WELT (Cea mai fericitã fatã din lume, 2009) und dem Dokumentarfilm DIE TOTE NATION (Tara moartă, 2017) war Radu Jude bereits zwei Mal im Wettbewerb von goEast vertreten. Das PORTRÄT zeigt jeweils sechs Lang- und Kurzfilme von Radu Jude, darunter auch sein neuestes Werk UPPERCASE PRINT (Tipografic majuscul, 2020). Zusätzlich wird der Regisseur für ein ausführliches Werkstattgespräch anwesend sein.

Radu Jude tritt außerdem als Teil einer Kooperation von goEast und den Internationalen Maifestspielen Wiesbaden für ein Publikumsgespräch im Hessischen Staatstheater auf. Weitere Informationen hierzu sind von Mitte Februar an unter www.maifestspiele.de abrufbar.

Drohender Verlust von Filmerbe – Bestandsaufnahme der Umbruchszeit im Symposium

Der Fall der Berliner Mauer 1989 und der Zusammenbruch der Sowjetunion haben für die Menschen zwischen Leipzig und Wladiwostok einen umfassenden Systemwechsel herbeigeführt. Das Symposium von goEast blickt auf die Umbruchszeit zwischen 1985 und 1999: Massenentlassungen, Mafia und Depression prägten das Filmschaffen dieser Zeit, aber auch künstlerische Freiheit und ungehinderte Experimente. Etablierte Produktions- und Förderstrukturen brachen weg; Filmschaffende mussten zum ersten Mal unabhängig produzieren und eine systematische Archivpolitik wurde nicht länger verfolgt. Als Konsequenz droht das Filmerbe dieser Zeit endgültig verloren zu gehen. Was heute fassbar bleibt, sind wahre Schätze einer Leinwandkunst zwischen Tabubrüchen im Dokumentarfilm, ästhetischen Experimenten und postsozialistischen Narrativen im Spielfilm. goEast lädt für das Symposium internationale Filmwissenschaftler/innen, Kulturtätige und Filmemacher/innen ein und unternimmt in Panels und Diskussionen eine Bestandsaufnahme. Das goEast Symposium wird gefördert von der Bundesstiftung für Aufarbeitung der SED-Diktatur.

20. goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films findet vom 5. bis 11. Mai 2020 in Wiesbaden statt.

Das vom DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstaltete Festival präsentiert seit 2001 alljährlich die künstlerische Vielfalt des Filmschaffens in Mittel- und Osteuropa. Ob eigenwilliges Autorenkino oder Mainstream, Spiel- oder Dokumentarfilm – die ausgewählten Produktionen bieten beeindruckendes Kino, meist noch unentdeckt vom westlichen Markt. Abseits der etwa 110 Filme lädt das begleitende Veranstaltungsprogramm wieder dazu ein, in die vielfältigen Kulturen unserer östlichen Nachbarn einzutauchen.

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Das komplette Programm für die 20. Ausgabe von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films wird Mitte April veröffentlicht.